SKD beim Dachauer Musiksommer 2003
"Stadtkapelle setzt Schlusspunkt - Fulminates
Open-Air-Konzert"
Dachau - Mit einem großartigen Konzert setzte
die Stadtkapelle am Samstagabend den Schlusspunkt beim Dachauer
Musiksommer. Orchesterleiter Franco Hänle bezeichnete den äußerst
gut besuchten Open-Air Auftritt auf dem Pfarrplatz als "echte
Ehre, den Musiksommer beenden zu dürfen". Sehr gut vorbereitet
und harmonisch abgestimmt bot die Kapelle mit viel Gefühl und
Können ein beeindruckendes Programm, quasi einen Ausschnitt
aus dem großen Jahreskonzert, das zu Beginn des Musiksommers
im Dachauer Schloss stattgefunden hat.
Wie gut die MusikerInnen vorbereitet waren, zeigten
sie, als im zweiten Teil des Konzertes die Beleuchtung ausfiel,
und nahezu im Dunkeln gespielt werden musste. Auch ohne Noten spielte
das Orchester souverän weiter bis zum Schluss. Durchs Programm
führte Conferencier Sascha Gabelmann. Geboten wurden absolute
Highlights symphonischer Blasmusik, mit Schlenkern in die Filmmusik
und ins Musical.
Den Auftakt machte man mit "Arsenal", einem
feierlichen Konzertmarsch, der anlässlich des 50-jährigen
Bestehens des belgischen Eisenbahnorchesters komponiert wurde. Einer
der Höhepunkte war die Suite "Corrdileros de los Andes"
des holländischen Komponisten Malando, die voller "Naturerotik"
die gewaltige Schönheit der südamerikanischen Bergwelt
beschreibt. Stark inspiriert von lateinamerikanischen Rhythmen,
enthält die dreiteilige Komposition viele exotische Elemente,
die das Orchester gut herauszuarbeiten verstand. Den Sternen zum
Greifen nah fühlte man sich während der "Alpina Saga",
in der die Geschichte eines Wanderers erzählt wird. Der Zeitgenosse
und Komponist bekannter Filmmusik Thomas Doss setzte mit desem Originalwerk
für Blasmusik Bilder in Musik um, die die Phantasie beflügeln.
Swingend und temperamentvoll wurde es mit Irving
Berlins "There's no business like showbusiness", gefolgt
von einer Hommage an den amerikansichen Marschkönig John Philip
Sousa, der mit seinen in aller Welt bekannten Kompositionen sogar
"einen Mann mit einem hölzernen Bein zum Laufen bringt".
Mit "Pink Panther", "Don't cry for me argentina"
mit Doro Schmid als Sängerin und Duke Ellingtons "Caravan"
bewegte sich das Orchester mit wirkungsvollen Effekten schließlich
immer mehr in Richtung Big Band Sound und lief mit vielen Soli zur
Höchstform auf.
Das letzte Stück "Oregon", eine schillernde
Komposition des Zeitgenossen Jacob de Haan, öffnete dem Zuhörer
den Blick durch das Zugfenster des Northern Pacific Railway, mit
stampfenden Zuggeräuschen und stilleren, melancholischen Partien.
Mit einem weiteren Welthit beschloss die Stadtkapelle ihren fulminanten
Auftritt: "My Way" als Zuckerl für den Nachhauseweg.
(DN/MM 2003, Text:Schäfer)
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