Jahreskonzert 2000
"Das Letzte Jahrhundert. Musikalisch - Politisch"
Schloss Dachau
Leider fehlen uns zu diesem Konzert Bilder :-(
Stadtkapelle Dachau auf einer Reise der Superlative
Besucher im Schloss begeistert - Amateure ganz professionell
Dachau · "Es ist einfach grossartig, welches Niveau dieses Laienorchester hat." Vize-Landrat Hans Philipp war voll des Lobes über die Stadtkapelle Dachau. Ebenso gross das Lob von Bundestagsabgeordneter Uta Tietze-Stecher: "Eigentlich hätte ich in der Pause gehen müssen, aber da kann man nicht gehen. die werden ja immer noch besser."
Man hätte jeden Besucher im vollbesetzten
Schlosssaal fragen können, aus aller-Munde wäre
die gleiche Antwort gekommen. Die Stadtkapelle hat unter
der Leitung von Herbert Frey mitlerweile ein Niveau erreicht,
das man noch vor Jahren bei einem Blasorchester für
unmöglich gehalten hätte - vor allem für
ein Laienorchester. Wie professionell sich freilich heute
schon Amateure vorbereiten, zeigte sich bei der Planung
dieses Konzertes. Neben den regulären Proben hatte
Herbert Frey ein zusäthliches Probenwochenende am Schliersee
angesetzt. In Register und Gesamtproben setzte man sich
intensiv mit der vom Kapellmeister ausgewählten Konzertliteratur
auseinander. So war vom ersten Klang bis zum aufbranden
des Schlussbeifalls das Motto "Das Letzte Jahrhundert
Musikalisch-Politisch" förmlich zu spüren.
Dazu trug auch Moderator Dr. Hans-Georg Roth mit seinen
verbindenden Texten bei. Und wo die Sprache aufhört,
beginnt nach E.T.A. Hoffmann bekanntlich die Musik - und
genau so war es dann auch am Samstagabend. Mit der Fanfare 2000 des Holländers Klees Vlak
begann die musikalische Rundreise durch das vergangene Jahrhundert
und schon beim zweiten Stück ("Back To Bach"
zum 250. Todestag des deutschen Komponisten Johann Sebastian
Bach in diesem Jahr) hörten die Besucher bekannte Bach-Weisen
einmal ganz anders aber nicht minder eindrucksvoll. Beim Kaiserwalzer (zum 100. Todestag von Johann Strauß
Sohn) hätte man auch ohne Geigen am liebsten die Fenster
und Flügeltüren des Schlosses geöffnet um
in den frühlingshaften Hofgarten hinauszutanzen.
Eindrucksvoll wie selten erlebten die Besucher dnan den Sprung von der Wiener Ballzeit in die Neuzeit, denn zu Rainbow Warrior (Regenbogen Kämpfer) erschienen an der Leinwand nahe gehende Bilder vom Greenpeace Kampf gegen die Walfänger. "Wir haben immer Walkampf, aber ohne 'h', hatte Hans-Georg Roth angekündigt. Nach dem Letzten Akkord dauerte es ein paar Sekunden , ehe der rauschende Applaus einsetzte, so fasziniert war das Publikum. Mit Israel Shalom, einem Medley jüdischer Volkslieder hatte Herbert Frey den richtigen Schlusspunkt vor der Pause gesetzt.
Als die Besucher wieder in den Sall zurückkamen, lag auf jedem Stuhl ein Kau-gummi, passend zum ersten Stück, 76 Trombones, einem Potpourri amerika-nischer Märsche, zu dem ie Besucher nicht nur kräfitg mitklatschten, sondern auch mitkauten..Orchester und Publikum blieben dann gleich über dem grossen Teich, um ein Medley mit Frank-Sinatra-Hits zu hören. Auch ohne Gesang glaubte man die Stimme aus USA bei seinen Welthits zu hören. Bei "Penny Lane" von den Beatles und "In The Mood" im Glenn-Miller-Sound zeigten die Solisten im Orchester ihr ganzes Können. Die schönsten Lieder aus Cats von Andrew Lloyd Webber verzauberten die Hörer, zumal auch noch kleine Katzen vom Ignaz-Taschner-Gymnasium kurz durch den Saal schnurrten. Höhepunkt (wenn man bei einer Serie von Glanzstücken davon überhaupt reden kann) waren dann zum Finale mit "ABBA-Gold" die Welthits der schwedischen Kultgruppe.
Natürlich durften Herbert Frey und seine Musiker nach solch einem Abend nicht ohne Zugaben in die Garderobe. Mit stehendem Beifal forderten die Besucher Zugaben ein - und die Kapelle liess sich nicht lange bitten. Beim Kaiserjäger Marsch (Herbert Frey: "Ich war 12 Jahre beim Gebirgs-musikkorps und da war dies unser Divisions-marsch, den wir jeden zweiten Tag fünf mal spielten.") und der getragenen "Ode Zur Jahrtausend-wende" zeigte das Orchester noch einmal die weite Spanne ihres Könnens - ihres grossen Könnens. Man darf sich mit Recht schon auf das nächste Konzert freuen.
Dachauer Nachrichten, Kurt Göttler, 2000
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