Jahreskonzert 2001

Klassik-Film-Show

Schloss Dachau

"Carmen" Ouvertüre
Night on Bald Mountain
Einleitung zum ...
... König der Löwen

Stadtkapelle bewies vielseitiges Können

Begeisterndes Konzert im Schlosssaal

Dachau - "Ihr habt wirklich alles gebracht, was ihr drauf habt", lobte Kapellmeister Herbert Frey seine Musiker am Ende des Konzertes der Stadtkapelle im Dachauer Schloss, das vom Publikum stürmisch beklatscht und bejubelt wurde."Klassik, Film und Show" war das Motto des dritten Jahreskonzertes, bei dem die 54 Musiker brilliantes, profireifes Können zeigten. "Ich verfolge die Konzerte von Anfang an, und sie werden immer besser", kommentierte Vize Bürgermeisterin Katharina Ernst den Auftritt

Seit 3 Jahren leitet Herbert Frey die Stadtkapelle die aus der Dachauer Knabenkapelle hervorgegangen ist; offensichtlich hat er einen guten Draht zu seinen Musikern, um sie fernab von bayerischer Blasmusik zu solchen Höchstleistungen zu motivieren. Gerade noch rechtzeitig fertig geworden waren die feschen Dachauer Trachten aus dem Studio Katterloher, in denen sich die Musiker an diesem Abend präsentierten. Der erste Vorstand Daniel Maier bedankte sich bei den Mitwirkenden für ihr Engagement und vor allem beim Dirigenten für Einsatz und Schweiß bei den Proben die sein Januar vermehrt stattgefunden hatten. Die Modeation mit einer kurzen Einführung zu den einzelnen Stücken übernahm Brigitte Pfisterer.

Eiin temperamentvoller Auftakt gelang mit Bizets "Carmen", eine der kürzesten Overtüren der Opernliteratur, danach folgte Mussorkskis "Night on Bald Moun-tain" - eine Herausforderung für jedes Blasorchester, welche die Musiker jedoch ohne Schwierigkeiten meisterten. Das Thema des Hexensabbat und dererherrlichung des Satans wurde glänzend instrumentiert, mit grellen kontrastierenden Orches-tereffekten und präzisen Einsätzen.

Im "Konzert für Flöte in G-Dur" von Carl Stamitz brillierte Solistin Marina Albert heiter und beschwingt, leider mussten hier einige Unsicherheiten seitens des Orchesters in Kauf genom-men werden. Mit dem Soundtrack zu "The Lion King" dem Walt Disney Kinoerfolg, erntete die Stadtkapelle begeistert Applaus, zumal man sich für diesen Abend etwas Besonderes hatte einfallen lassen: Zur Musik wurden Bilder aus dem Film auf eine Leinwand projiziert.
Vor der Pause war noch einmal Klassik geboten mit einer Zusam-menstellung der bekanntesten Verdi-Melodien aus Aida, La Traviata, Rigoletto und Nabucco, schwungvoll und eingängig vorgetragen. Danach folgte ein fulminater Einstieg mit der Filmmusik zum Monumentalfilm "Ben Hur", bei dem man das dramatische Wagenrennen förmilch vor Augen hatte. Beim Soundtrack zu "Star Wars", dem Weltraumepos konnte man die Augen schliessen und in ferne Galaxien abheben. Leichtläufig trugen die Musiker das als anspruchsvolles Werk in der Blasmusiklitersatur angekündigte Stück vor, wiederum illuminiert mit Bildern aus dem Film.

Saxophon Soli als Highlight

Beim Ohrwurm "Hello Dolly" bewies die Stadtkapelle Showbandqualitäten und zeigte zum ersten Mal, dass sie auch singen kann, danach folgte Musik aus Andrew Lloyd Webbers frühem Musical "Jesus Christ Superstar" und dem Film "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten". Abschliessend spielte Solistin Andrea Wiesner rasant und swingend auf dem Tenor-Saxophon "Yackety Sax" aus der Fernsehserie Benny Hill. Der absolute Höhepunkt aber kam ganz zum Schluss als zweite Zugabe, nach einer Komposition aus elf Märschen: Thomas Schmittinger glänzte mit einem Solo für Sopran-Saxophon, ein Stück des berühmten Saxophonisten Kenny G., gefühlvoller Jazz, melodiös harmonisch. Herbert Frey hatte sich die Noten aus Amerika schicken lassen und anhand der CD fürs Orchester umarangiert.

Bei "Hello Dolly" kamen rote Herzen ins Spiel der Dachauer Stadtkapelle.

Brillantes Solo von Marina Albert auf der Querflöte

Dachauer Nachrichten 7.5.2001 bs

Jahreskonzerte <<