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Stadtkapelle vor neuer Kulisse

Konzertante Klangvielfalt im Dachauer Hofgarten

Dachau - "Unter Blitz und Donner" zu spielen, blieb der Stadtkapelle glücklicherweise erspart. Zum krönenden Abschluss der "Serenade" der vier Bläsergruppen, die sich aus der Stadtkapelle Dachau formieren, konzertierten alle Mitglieder des Orchesters gemeinsam und spielten unter anderem die Polka von Johann Strauß - eine gelungene Premiere, denn erstmals dirigierte Michael Meyer, der ab September die Leitung der Stadtkapelle übernimmt.

Zum ersten Mal präsentierten sich davor die Bläserensembles in diversen dreißigminütigen Auftritten in einem Freiluftkonzert im Schlossgarten. Nach einem Blick aufs Wetterbild im Internet beschloss man die Serenade nach einem verregneten Samstagvormittag doch zu veranstalten - ein weiser Entschluss der Stadtkapelle, der den Musikfreunden zugute kam; denn sonst wäre der Termin ersatzlos ausgefallen, wie Herbert Frey mitteilte. Trotz des feuchten Rasens hatten sich viele Stadtkapellen-Fans in den Hofgarten aufgemacht, viele mit Klappstühlen ausgerüstet, Zaungäste standen oben auf der Schlossterrasse.

Vielseitigkeit kräftig unterstrichen

Das Konzert biete weder große Blasmusik noch symphonisches Konzert oder gar Big-Band-Gig, so kündigte der zweite Vorstand Christoph Hecken die einzelnen Auftritt an. Und doch war von allem etwas dabei, vor allem schöne und gelungene Unterhaltung mit einem bunt gemischten Programm von der Mozartschen Ouvertüre bis hin zu Medium-Swing und Samba und Tango. Jede Gruppe spielte dreißig Minuten lang.

Die einzigartige und unwiderstehliche "Blechomania", wie Christoph Hecken sein Blechbläserensemble ankündigte, formiert sich aus vier Trompeten (Veronika Eisenmann, Michael Sandmann, Max Hoffmann, Christoph Hecken), Waldhorn (Christian Bergmann); Posaune (Daniel Maier), Tuba (Florian Hinterscheid) und Schlagzeug (Stefan Hinterscheid). Nach dem Coburger Marsch von Michael Haydn bewegte sich das Ensemble mit Rossinis finaler Ouvertüre aus Wilhelm Tell und Verdis schwungvoller "La donna e mobile" aus Rigoletto mit einem lockeren Glenn-Miller-Medley und Gospels in die Gefilde der modernen Musik.

Im Mittelpunkt von "Flauto Espressivo", dem Querflötenchoir unter der Leitung von Nicola Hahn mit Jennifer Wagner, Natascha Solms, Isabelle Wirsching, Vera Goertz und Sandra Berger standen lateinamerikanische Rhythmen, die sich mit denen der Barockmusik vermischen. Leider hielt die Musik nicht ganz, was der Name des Ensembles sugeriert. "Klari-nett-tett" mit Martin Mauersich, Herbert Frey, Nicole und Diana Frey-van Lierop präsentierte mit vier harmonisch aufeinander eingestellten Klarinetten ein breites Repertoire vom Militärmarsch bis zu den Ungarischen Tänzen von Brahms. Am schönsten war Gershwins swingendes "Summertime".

Mit der hervorragenden Saxophon-Gruppe "Sax-4" zeigten Herbert Frey und Susanne Schoratti gemeinsam mit Ulrike und Calo Parello von der Stadtkapelle Fürstenfeldbruck, wie weich und symphonisch Saxophone klingen können. Auf Bass-, Alt-, Tenor- und Sopransaxophon wurde nicht nur Jazz, wie der "Royal Garden Blues" gespielt, sondern auch ungarische Tänze aus der Barockzeit in schönen Klangfarben.

05.07.2005 VON DR. BÄRBEL SCHÄFER